Die Wanderausstellung „Kunst trotz(t) Ausgrenzung“

Die Wanderausstellung „Kunst trotz(t) Ausgrenzung“ ist ein wichtiger Bestandteil des Projektes : „Vielfalt gestalten - Ausgrenzung widerstehen: Diakonie in der postmigrantischen Gesellschaft“ der Diakonie Deutschland

In den letzten Jahren gab es in Deutschland ein breites Engagement für Geflüchtete, das gerade auch aus kirchlichen und diakonischen Strukturen getragen wurde. Gleichzeitig konnte sich jedoch im Laufe der Jahre 2015 bis 2017 eine neue rechtspopulistische Bewegung mit rassistischen und Anti-Gender-Positionen etablieren.
Anhänger*innen dieser Bewegung stellen die Demokratie in Frage und delegitimieren systematisch demokratische Akteure. Die Kritik an modernen Familien- und Geschlechterbildern ist unter Schlagworten wie „Genderideologie“ oder „Genderwahn“ zu einem der zentralen Themen der rechtspopulistischen Bewegung geworden. Darüber hinaus nimmt die Diakonie deutlich wahr, dass Ausgrenzung bis hin zu gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit sich nicht nur auf Menschen mit Migrationshintergrund bezieht, sondern beispielsweise auch auf wohnungslose oder langzeitarbeitslose Menschen sowie Menschen mit Behinderung.

Demokratiefeindliche Phänomene, Ablehnung demokratischer Grundwerte, Ideologien von angeblicher Ungleichheit und Ungleichwertigkeit von Menschen nehmen zu. Es besteht die Herausforderung, die demokratischen Kräfte und die zivilgesellschaftliche Strukturen nachhaltig zu stärken, sie zu qualifizieren und den sozialen Zusammenhalt zu fördern.

Zeitgenössische Kunst ist ein ideales Medium, gesellschaftlich relevante Themen in der Öffentlichkeit aus einer neuen Perspektive in den Blick zu nehmen und in die Mitte der Gesellschaft zu tragen.

Es erscheint notwendig, die gezielte Prävention und Bekämpfung rechtsextremistischer Haltungen mit Aktivitäten zur Demokratieförderung und Teilhabe sowie der Gestaltung einer offenen, vielfältigen und inklusiven Gesellschaft zu verbinden.

Deshalb wird die Diakonie Deutschland unter dem Motto " Kunst trotz(t) Ausgrenzung" eine Wanderausstellung zu diesem Themenfeld realisieren.
Durch die Beteiligung von Künstler*innen unterschiedlicher sozialer, ethnischer und kultureller Herkunft, mit und ohne Behinderung und unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung ermöglicht es praktische Erfahrungen mit Vielfalt in der postmigrantischen Gesellschaft.

Im Rahmen der Ausstellung wurde Andreas Pitz mit der Kuratierung und Projektleitung beauftragt. Für das Ausstellungsprojekt hat er über 50 Künstlerinnen und Künstler gewinnen können, die sich in ihren Arbeiten mit unterschiedlichsten Ausdrucksformen und Techniken mit dem Thema auseinandersetzen.
Die Wanderausstellung soll in den Jahren 2018 und 2019 an insgesamt 8 Orten präsentiert werden.
In der documenta-Halle in Kassel wird sie vom 02. Februar – 04.März 2018 erstmals Station machen. Weitere geeignete Ausstellungsorte werden zur Zeit noch gesucht.