Cornel Wachter

Vier italienische Gastarbeiter schauen beim der Einfahrt in den Kölner Hauptbahnhof skeptischen Blickes auf eine neue Umgebung. Das Bild versteht der Künstler als ein kleines Denkmal für diese Menschen, die zu uns nach Deutschland als Gastarbeiter kamen um zu helfen, die blieben, und die uns ihre genussreiche Lebensart schenkten.
Inspiration gab auch Bundesminister a.D. Otto Schily: „50 Jahre Deutsche Vita waren für viele der Millionen Italienerinnen und Italiener, die nach Deutschland kamen anfangs eher alles andere als eine fröhliche Veranstaltung. Zumal in den Anfangsjahren die Arbeitsbedingungen äußerst hart waren, die Lebensbedingungen zum Teil unerträglich. (…) Ihre Gastgeber waren auf dieses Abenteuer noch weniger vorbereitet als sie selbst.
Der berühmte Satz Wir riefen Arbeitskräfte und es kamen Menschen beschreibt ja nicht erst die Erfahrung, dass ein Teil der Gastarbeiter später bleiben wollte. Schon von Anfang an waren es ganz praktische Probleme der zugereisten Menschen, die es zu lösen galt.
Sogar das Bundeskabinett beschäftigte sich vor fünfzig Jahren mit den italienischen Essgewohnheiten. Damals wurde der Arbeitsminister beauftragt, hundert Landarbeiter-Ehefrauen aus Italien als Köchinnen anzuwerben. Dadurch sollte, so der Kabinettbeschluss, für italienische Arbeitsmigranten eine der heimischen italienischen Verpflegung ähnliche Beköstigung erreicht werden.

Wir versuchen hin und wieder, uns die italienische Leichtigkeit anzueignen – meist mit wenig Erfolg. Aber wir sind sehr froh, dass italienisches Leben inzwischen in so vielfältiger Weise nach Deutschland hineinreicht, vor allem was die Ästhetik betrifft. Niemand wird ernsthaft behaupten können, dass wir ohne italienische Architekten, ohne italienische Autoren und Musiker, ohne italienische Restaurants, ohne italienische Schneider und Friseure, ohne italienische Designer und Künstler, überleben könnten.

Insomma: Unser Leben würde ohne Italiener veröden. Sono benvenuti i nostri amici italiani!“

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